Dorothee Jacobs

Frühkindliche Bildung, Fortbildung, Weiterbildung...

Bildung, was ist das eigentlich?

Da ich gerne mit Bildern arbeite, um Prozesse aufzuzeigen oder anzuregen, gefällt es mir gut, dass das Wort Bildung ein Bild enthält.

Jeder Mensch macht sich im Laufe seines Lebens ein Bild von sich und von der Welt in der er lebt. Unsere Selbst- und Weltbilder steuern zu weiten Teilen unser Handeln. Es liegt demnach viel Verantwortung darin, dafür zu sorgen, dass Kinder und Erzieher_innen ein gutes Selbst- und ein differenziertes Weltbild entwickeln können.

Kind maltWie diese Bilder sich entwickeln, hängt von den Beziehungen, Orten, Anregungen und Betätigungsmöglichkeiten ab, die ein Mensch erleben darf. Nennen wir diese Dinge Bildungsrahmen, angelehnt an das anderweitig besetzte Wort Rahmenbedingungen, so sind wir schon fast beim Bilderrahmen.

Der Bilderrahmen ist als Metapher für Pädagog_innen gar nicht so schlecht. Eltern und Erzieher geben, ob sie wollen oder nicht, den Rahmen vor, in dem ein Kind seine Möglichkeiten entfalten kann. Sie füllen ihn mit zahlreichen Materialien, Inhalten und Situationen. Alles was das Kind erlebt und tut und alle Werte und Bewertungen die es dabei erfährt, werden sich in diesem Rahmen abbilden. Ob Fernsehbilder oder Naturerlebnisse, ob Partnerschaftlichkeit oder Direktive. Seine ersten Erfahrungen bilden sozusagen die Kulisse, markieren die Eckdaten der Landschaft, innerhalb derer es sich sein Leben immer weiter konstruiert, allein und in Gemeinschaft. Bis es den Rahmen sprengt oder ihn still und leise verlässt ... um vielleicht etwas anderes aus den alten Leisten zu bauen.

Mein Anliegen als Fortbilderin ist einfach. Ich möchte dabei unterstützen, den Rahmen in dem sich Bildung  ereignen kann, so anregend, passend und ermutigend wie möglich gestalten. Ein prächtiges Lebensbild möge es sein, das Kinder und Erwachsene miteinander entstehen lassen. Kein Pinselkampf.

Die Verantwortung der Erwachsenen hinsichtlich der Aneignungsmöglichkeiten der Kinder groß. Gerade weil Kinder alle Erfahrungen die sie machen staunend und mehr und mehr reflektierend in ihr System einspeisen, kommt mir das Ausmaß dieser Verantwortung in manchen Momenten ehrenvoll, in anderen erschlagend vor.
So ist es eine große Beruhigung zu wissen, dass Kinder uns vom ersten Tag an sehr gut zeigen können, was sie brauchen. Wir müssen nur aufmerksam sein, gut in Kontakt miteinander bleiben.
Ähnliches gilt für die Erwachsenenbildung. Wer brennt für was? Wer kommt mit welchen Fragen und Bedürfnissen? Je offener wir einander zeigen, worum es uns geht, desto belebender die Bildungsdynamik.